Was bedeutet der Siebenschläfertag wirklich für unser Wetter?

img_0967_sendHeute am 27. Juni ist Siebenschläfertag.
An diesem Tag ist laut einer Bauernregel das Wetter sehr entscheidend. Denn so wie es heute ist, soll es gleich 7 Wochen lang bleiben.
Doch stimmt das wirklich?

Da der Siebenschläftertag schon lange vor unserem heutigen gregorianischen Kalender entstanden ist, ist die Wetterregel eigentlich auf den 8. Juli anzuwenden.
Dabei ist tatsächlich die erste Juli Woche für unser Wetter und die nachfolgenden Wochen sehr entscheidend. Statistiken haben ergeben, dass in Süddeutschland die Regel immerhin zu 60 bis 70% eintrifft. In Norddeutschland jedoch deutlich weniger.

Also wird uns die nächste Woche vielleicht doch zeigen nach welchem Schema die kommenden Sommerwochen ablaufen könnten.
Hierbei kommt es auch weniger darauf an ob um den 8. Juli Regen fällt oder die Sonne scheint. Vielmehr ist die Großwetterlage zu diesem Zeitpunkt entscheidend, denn diese wiederholt sich dann meistens in den folgenden Wochen.

Wie war das Wetter vor einem Jahr?

Quelle: www.wetter3.de

Nach wie vor ist kein Schnee in Sicht. An vielen Ecken trübt der Dauernebel und trotz leichter Umstellung bleibt das Wetter noch relativ langweilig.
Was kann man dagegen am besten tun?
Genau, sich nicht mit dem Wetter von heute oder morgen, sondern dem Wetter der Vergangenheit beschäftigen. In diesem Fall geht es um das Wetter vor genau einem Jahr.
Denn letzten Herbst gab es um den 25. November rum dass was wir zurzeit sehnlichst erwarten: Schnee!
Es war noch nicht der große Schnee, doch es war mehr als kein Schnee. ;)
Damals gab es einen schönen Trog über Europa (Karte rechts oben) mit Kaltluft und einem schönen Tief.
Doch bevor es diesen Wintereinbruch im letzten Jahr gab, hatte der November durchaus Ähnlichkeiten mit dem diesjährigen November. Oft gab es Nebel und um die Monatsmitte schafften die Temperaturen es mit Föhn sogar auf zweistellige Höchstwerte. Doch es gab auf den Monat verteilt dann doch des öfteren Niederschlag, gerade in der zweiten Novemberhälfte.
Nun, dieses Jahr spannt uns das Wetter noch auf die Folter. Bis zum ersten richtigen Schnee (mal abgesehen vom leichten Nebelschneefall) müssen wir wohl noch etwas warten. Doch das muss nichts schlechtes heißen für den kommenden Winter, im Gegenteil. Viele gute Winter haben erst im laufe des Dezembers begonnen und der große Schnee kommt ohnehin meistens erst im Januar oder Februar.

Zum Abschluss noch ein Foto vom Watzmann bei Berchtesgaden vom 27.11.2010:

Stauniederschläge und Dauerregen an den Alpen

Ob Sommer oder Winter, wir hören es immer wieder im Wetterbericht „in Staulagen sind auch deutlich höhere Niederschlagsmengen zu erwarten“. Doch wieso ist das so?
 Gerade bei uns im BGL und im Chiemgau kommt es oft vor, dass es zu deutlich größeren Regen oder Schneemengen kommt als im Rest des Landes.

Wir stellen uns einmal vor von Nordwest zieht eine Kaltfront nach Bayern. Aufgrund dessen hebt sich die Luft und steigt auf, dabei kondensiert die Luft sobald sie den Taupunkt erreicht hat. Wenn die Wolken dick genug sind gibt es Regen. Zieht dieser Regen nun an die Berge passiert folgendes: Durch die Orografie an den Bergen steigt noch mehr Luft auf als im Flachland. Dadurch werden die Wolken die unmittelbar am Berg sind noch „voller“ und somit gibt es stärkere und auch länger andauernde Niederschläge.
 Manchmal ist der Alpenstau bis weit ins Vorland zu spüren. So gibt es in allen Alpenlandkreisen bei uns mehr Niederschlag als bereits in den Landkreisen nördlich davon.
 Jedoch die größten Stauniederschläge finden direkt an den Alpen, bzw. sogar ein bisschen in den Alpen statt. So ist im Berchtesgadener Land meist der Ort Marktschellenberg der Spitzenreiter wenn es um Stauniederschläge geht. Da kommt es schon einmal vor, dass in 24h 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, während beispielsweise in Freilassing gerade einmal 30 Liter Regen gefallen sind.
 Auch im Chiemgau gibt es Orte die oft vorne dabei sind wenn es um viel Niederschlag geht. So sind es meist Inzell, Ruhpolding, die Winklmoosalm und Reit im Winkl. Doch der absolute Spitzenreiter ist hier oft die Wetterstation in Aschau-Stein. Diese liegt zwischen Aschau und Sachrang in einem engen Tal, ebenso wie auch Marktschellenberg. 
Die besten Staulagen bei uns sind übrigens oft die, die hohe Berge im Südosten haben, denn meistens kommen die Niederschläge aus West, Nord-West und dem Norden.

Reif, Raureif, Raufrost, gefrorener Tau und Klareis

Bild: Klareis an einem kleinen Gebirgsbach

Der bisherige Oktober war ein Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten. In den nächsten Tagen wird uns wieder ein Hoch beschäftigen, “ihr” Name: Ulla. Im Hochdruckeinfluss entsteht bei kalten Nachttemperaturen oftmals Reif, darum gibt es hier eine kleine Erklärung wie sich Reif bildet, und welche Arten es gibt.

Warme Luft kann generell mehr Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit binden. Wenn sich Nachts diese warme Luft abkühlt, ist irgendwann der Punkt erreicht, wo der Wasserdampf nicht mehr vollständig als Gas in der Luft gehalten werden kann. Diesen Punkt nennt man Taupunktstemperatur. Liegt diese über dem Gefrierpunkt bildet sich Tau oder Nebel, liegt sie unter Null Grad Celsius können sich in der Luft zwar immer noch Nebeltröpfchen bilden, an vielen Gegenständen setzt sich aber Reif ab.

Beim Reif kann man Strahlungsreif und Advektionsreif unterscheiden. Beim Advektionsreif kann man gut die kristalline Struktur erkennen, da bei dieser Art von Reif Wind vorhanden war, und die Kristalle gegen die Windrichtung gewachsen sind. Strahlungsreif entsteht in wolkenlosen windstillen Nächten und wird nur durch die Auskühlung selbst gebildet. Es sieht dann alles aus als wäre es mit feinem Puderzucker bezogen.

Die meteorologisch als Reif bezeichnete Ablagerung entsteht also, wenn besagter Taupunkt erreicht wird und dieser unter dem Gefrierpunkt liegt. Man unterscheidet aber in der Fachsprache Reif, Raureif, Raufrost, gefrorenen Tau und Klareis. Raureif bildet sich bei leichtem Nebel, mindestens 90% relativer Luftfeuchtigkeit und unter -8 °C. Er bildet sich durch einen Prozess namens Resublimation (dabei geht gasförmiges Wasser direkt in den festen Zustand über, ohne flüssig zu werden). Raufrost, oder auch Raueis genannt, bildet sich durch sogenannte unterkühlte Nebelwassertröpfchen. Diese sind flüssige Wassertröpfchen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Wie kann das gehen? Man weiß doch: Wasser gefriert bei unter 0 °C!!! In der Atmosphäre brauchen flüssige Wassertropfen aber irgend ein Partikel (Eiskristall, Sand, uvm…) um auskristallisieren zu können (so bilden sich beispielsweise auch Kondensstreifen hinter Flugzeugen, der Abgasstrahl gibt der übersättigten unterkühlten Luft Gelegenheit Eiskristalle zu bilden). Raueis ist also genau so ein Fall, es wartet bis es auf irgendetwas trifft um kristallisieren zu können. Wenn es also beispielsweise einen Ast trifft, dann kann es sich dort auskristallisieren. Es zeichnet sich durch eine gleichmässige Schicht Eises aus, welches aber viele Lufteinschlüsse besitzt und mitunter Äste knicken kann wegen der zusätzlichen Gewichtsbelastung, nicht zu verwechseln mit Klareis: Dieses lagert sich wie Raufrost bevorzugt an Ästen und ähnlichem an. Es bildet sich aber bevorzugt an Pflanzenästen über sprudelnden Fliessgewässern, wo Sprühnebel, Gischt und sporadische Wassertropfen die Äste erreichen. Erkennen kann man Klareis gut durch seine typische Eiszapfenform. Die letzte Form die man noch unterscheiden kann ist gefrorener Tau. Dieser bildet sich, wenn in der Nacht Tau abgelagert wird, und dann in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang der Gefrierpunkt überschritten wird. Die Tauperlen gefrieren dann und an Grashalmen hängen kleine Eisperlen.

Der Gaisberg, ein Blitzmagnet in Europa

Neben dem Untersberg, zählt der Gaisberg zu den Hausbergen von Salzburg. Mit 1288m und einem halbwegs waldfreien Gipfel ist er einer der beliebtesten Aussichtspunkte um Salzburg rum. Hinauf kommt man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder sogar mit dem Auto/Bus. Doch wieso ist der Gaisberg nun ein Blitzmagnet? Zum einen liegt es an der Lage an der Alpennordseite, wo im Sommer viele Gewitter entlang ziehen, zum anderen liegt es wohl an seiner sehr exponierten und freien Lage und letztendlich wegen dem Gaisberg Sendemasten den man auf dem rechten Foto sieht. Mir ist eines Tages aufgefallen das man auf Blitzkarten sehr oft an der Position des Gaisbergs Blitze findet, gerade bei kleinen oder nicht so blitzintensiven Gewittern, darauf hin hab ich etwas im Internet recherchiert und siehe da, man findet hierzu einiges. So sind durchschnittlich ca. 45 Blitzeinschläge im Jahr in oder um den Sendemasten zu verzeichnen und aus diesem Grund wird dort auch Blitzforschung betrieben, wer sich mehr für die Daten interessiert, der kann hier auf aldis.at weiterlesen:
http://www.aldis.at/forschung/projekte.html

Kalte Herbst und Winter Nächte

Es ist wieder soweit, der Herbst hat begonnen und bringt oftmals seine kalten Nächte mit sich. Besonders wenn das Wetter tagsüber eigentlich noch schön und warm ist. Vor allem in den Bergtälern und Muldenlagen wird es daraufhin kalt in der Nacht. Sogar kälter als in exponierten oder höheren Lagen. Doch wieso ist das so? Als Ausgangslage herrscht meistens Hochdruck, dieser beschert uns windschwaches und sonniges Wetter. Dadurch kann die Sonne tagsüber ungehindert einstrahlen und die Erde erwärmen. Die Folge, es wird warm. Doch wenn die Sonne gegen Abend schwächer wird und schließlich ganz verschwindet, gibt es keinen Wärmenachschub mehr und da warme Luft leichter als kalte Luft ist, sinkt die kalte Luft ab und die warme steigt auf.

Da es außerdem in Tälern oder geschützten Mulden noch weniger windet, kann sich die Luft dort noch besser abkühlen. Aufgrund dessen entsteht oft eine „Inversionslage“. Warme Luft steigt bis in eine bestimmte Höhe auf und sorgt für einen Umkehrprozess, so ist es beispielsweise im Tal -5°C kalt, während auf 1200m nur 0°C sind. Wenn diese Inversion nun auf 1200m ihre Inversionsgrenze erreicht hat, ist es auf 1800m wieder kühler. mit dem durschnittlichen ansteig von 0,6°C pro 100 Höhenmetern, währe es dort dann -3.6°C. Eine sehr starke Inversionslage konnte ich 2007 in Siegsdorf im Chiemgau beobachten. Ich maß dort am Morgen -13°C auf 622m, während auf dem 1600m hohen Hochfelln nur 0°C gemessen wurden. Auch auf dem Funtensee ist das ein Grund wieso es dort so kalt ist. So wurde dort beobachtet, dass oftmals nur 100 bis 200 Höhenmeter über dem Funtensee es wieder deutlich wärmer wird. Aus diesem Grund findet man dort auch eine umgekehrte Baumgrenze. Während es um den Funtensee baumfrei ist, sind oberhalb des Sess noch einmal Bäume zu finden. Außerdem ist eine solche Inversionslage meißt verantwortlich wenn es gefährlichen Glatteisregen gibt. Denn schiebt sich nun eine Warmfront über diese Inversion und es kommt zu Niederschlag, so kann dieser in den höheren Luftschichten als Regen fallen, dieser beim eintreffen in die kalte Bodenschicht sofort gefriert und es kommt zu Eisregen. Ist die Inversion nicht allzu stark und hoch, bzw. die kalte Luft im Tal groß genug, so kann es auch schneien.
Dieses Phänomen lässt sich vor allem in kalten Tälern bei uns beobachten. Während außerhalb der Alpen die Bodenkälte nicht ausreicht und es zu Regen kommt, Ist die gespeicherte Kälte in den Bergtälern groß genug um den Niederschlag als Schnee beizubehalten.

Das Wetter im Berchtesgadener Land

Wer im Berchtesgadener Land wohnt oder schonmal dort war, weis das diese Region einiges zu bieten hat, vom auf nur 380m liegenden Ort Laufen bis zum 2713 Meter hohen Watzmann.
So kommt es auch, das man das BGL vereinfacht in 3 Wetterzonen teilen kann, der Außeralpine Bereich, der Inneralpine Bereich und die Hochalpinen Gebiete.
Diese unterschiedlichen Zonen machen es möglich, dass im BGL auf der einen Seite Schneefälle oberhalb 2000m im Sommer nicht selten sind, und auf der anderen Seite durch den Föhn auch des öftern heiße >30°C erreicht werden.
Allgemein herscht direkt am Nordrand der Alpen, also in etwa in der Mitte des BGL‘s am meißten Niederschlag wenn es zu Dauerregen, Schneefällen oder Gewittern kommt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, so ist das Marktschellenberger Tal der meißt Niederschlagsreichste Ort im BGL! Der kälteste Ort im BGL dürfte vielen bekannt sein, das ist natürlich der Funtensee. Mit -45.9°C am 24.12.2001 (Quelle: Wikipedia) wurde dort die kälteste Temperatur gemessen die man in Deutschland je beobachtet hat. Am wärmsten ist es an der Salzach, vor allem Orte wie Laufen, Freilassing und auch Piding/Bad Reichenhall schaffen an Föhn Tagen gerne auch mal 30 bis 35°C. So wurden bei einer Föhnlage in Piding vor 2 Jahren rund 37°C gemessen. Die meißten Blitze sind statistisch und auch erfahrungsgemäß über dem Untersbergmassiv zu beobachten. Die meisten Gewitter ziehen in der Regel auch in etwa in der Mitte und im nördlichen Teil durch, vor allem Hagel kommt eher Außeralpin vor. Den meisten Schnee findet man erfahrungsgemäß im Schwarzbachtal und allgemein ist der südliche BGLer Teil viel schneesicherer als der nördliche. So kann man im Berchtesgadener Talkessel auch mal einen Meter Schnee haben, während es in Freilassing oder Laufen nur 10 bis 20cm hat. Den allermeisten Schnee findet man selbstverständlich auf den Bergen.
Wie sieht es mit Nebel im Winter aus? Nebel findet man sehr häufig im südlichen Talkessel des BGL‘s durch den Köngisee, dieser zieht sich aber oftmals im Laufe des Tages mehr und mehr zurück bis er sich aufgelöst hat. Hartnäckigen Dauernebel findet man auch oftmals um den Högl herum, je nach Wetterlage kann natürlich auch das ganze BGL unter einer dicken Nebelschicht liegen. Auch hier gilt natürlich umso höher, umso größer sind die Chancen aus dem Nebel rauszukommen.

Wer sich noch für genauere Langzeitwerte interessiert, der kann sich unter Wikipedia noch genauere Daten angucken:
http://de.wikipedia.org/wiki/Berchtesgaden#Klima