Orkantief Andrea kommt! 5. Januar 2012

Warnkarte des deutschen Wetterdienstes am 5. Januar 2012 (Quelle: www.dwd.de)

Bereits zum zweiten mal in diesem Winter besteht die Gefahr von starkem Sturm und teils auch Orkan im Berchtesgadener Land in diesem Winter. Anders als bei Joachim im Dezember sollte es diesmal über einen längeren Zeitraum stürmisch werden.
Voraussichtlich wird der Sturm am stärksten am Donnerstag Vormittag und um die Mittagszeit werden. Dabei muss dauerhaft mit Sturmböen gerechnet werden. Aber auch orkanartige Böen und Orkanböen (>117km/h) sind möglich, vor allem wieder in den höheren und exponierten Lagen. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits mehrere Unwetterwarnungen herausgegeben und warnt auf den Bergen sogar vor extremen Orkanböen.
Wir empfehlen wieder beide deutschen Warnseiten zu beobachten:
http://www.dwd.de und http://www.uwz.de

Wenn ihr Fotos oder Berichte zum Sturm für uns habt könnt Ihr uns diese an info@bgl-wetter.de senden oder an unsere Facebook Pinnwand schreiben:
https://www.facebook.com/bglwetter

Sturm/Orkantief Joachim mit nachfolgendem Wintereinbruch

Mit Spannung werden seit Tagen die Wetterkarten beobachtet. Ein kräftiges Tief wurde immer und immer wieder berechnet. Doch dabei war bisher die genaue Zugrichtung noch immer sehr unsicher. Von einem Kern draußen in der Ostsee bis quer durch Deutschland war alles dabei. Vor allem die Variante wo das Tief von Luxemburg nach Sachsen und dann zur Ostsee gezogen wäre hat ein bisschen Erinnerung an die Wetterkarten vom Orkan Lothar gebracht, dieser eine ähnliche Zugbahn hatte. Doch nun sind sich die Modelle langsam einig wie die ungefähre Zugbahn aussehen sollte.

Aktueller Beitrag zum Orkantief:
http://www.bgl-wetter.de/blog/orkantief-joachim-kommt-beitrag-wird-laufend-geupdatet/

Update 14.12!
Nach den neusten Modellläufen wird das Tief wieder ein gutes Stück südlicher berechnet und somit sind auch wir näher am Sturmfeld. Aus diesem Grund noch einmal der Hinweis:
Beobachten Sie die Wetterwarnungen!

Ungefähre Lage des Tiefs Freitag früh.

Am Freitag wird das Tief am Ärmelkanal entlang ziehen bis zur deutschen Nordseeküste. Dort sollte das Tief dann an der Nordseeküste entlang nach Dänemark ziehen. Vielleicht aber auch noch ein bisschen nach Deutschland herrein. Das Tief wird laut GFS ungefähr einen Kerndruck von 960hpa haben. Was für einen Gradient von 35hpa bis zum Alpenrand sorgt. Durch diesen großen Luftdruckunterschied gibt es für weite teile Deutschlands kräftigen Sturm.

Wie läuft der Sturm im Berchtesgadener Land ab?
Am Freitag Vormittag wird es vorerst noch relativ ruhig sein, teils sogar relativ windstil. Nur auf den Bergen frischt der Wind schon früher auf. Dabei wird es auf 1500m noch einmal mild mit 3 bis 7°C. Stürmisch wird es dann ab dem Nachmittag. Mit der Kaltfront die vorraussichtlich zwischen Nachmittag und Abend eintrifft kommen dann Sturmböen auf. In höheren und exponierten Lagen vielleicht auch starke Sturmböen. Auf den Bergen könnte es auch Orkanböen geben. Vor allem oberhalb 2000 bis 2500m. Während uns die Kaltfront erreicht kommt es vereinzelt auch zu Graupel und kurzen Gewittern. Die Schneefallgrenze kann dabei in kräftigen Schauern auch bereits bis ganz herunter absinken.
Nachfolgend bleibt es dann windig bis stürmisch. Starke Sturmböen sollte es aus aktueller Sicht aber nur in exponierten und höheren Lagen geben. Alles in allem wird der Sturm bei uns relativ normal ablaufen, so wie wir das hin und wieder im Winter gewohnt sind. Doch man sollte dennoch aufmerksam den Wetterbericht und die Wetterwarnungen verfolgen!

Am Samstag kommt dann der Winter.
Auf 2000m sinkt die Temperatur bis auf -10°C. Dabei kommt es wiederholt zu Schauern und Schneefallgebiete die sich an den Alpen stauen. Aus Aktueller Sicht sieht es nicht unbedingt nach großen Neuschneemengen aus. Aber für ein winterliches Kleid sollte es überall reichen. In Staulagen kann wie immer auch etwas mehr Neuschnee zusammen kommen.
Auch am Sonntag kann es noch weitere Schauer geben. Doch sollte die Niederschlagsaktivität abflauen. Dazu wird es noch kälter. In Lagen ab 500 bis 700m stellt sich Dauerfrost ein.

Somit nistet sich der Winter bei uns ein. Doch was das nun für Weihnachten bedeutet sagen wir euch erst zum Wochenende.

Wetterablauf zum 2. Advents Wochenende und an Nikolaus.

Mit Spannung warten alle auf den Wetterwechsel.. und nun steht er endlich bevor!

Am Samstag wird das Wetter bereits wechselhafter mit mehr Wolken und vielleicht auch schon ersten Regenschauern. Dabei bleibt es jedoch noch recht mild.

Am 2. Advent wird das Wetter dann ungemütlicher. Windig und Nass gestaltet sich der Sonntag. Es kommt zu schauerartigen Regenfällen. Doch dabei setzt sich vorerst noch recht milde Luft durch, sodass die Schneefallgrenze oftmals noch über 2000m liegt.

Am Montag wird es dann so richtig ungemütlich. Wie bereits vor ein paar Tagen berichtet, gibt es ein Sturmtief. Es ist sicherlich noch etwas unsicher wie heftig der Sturm wird. Doch nach den aktuellen Berechnungen ist vor allem auf den Bergen mit Orkan zu rechnen. Je nach dem wie sich die Vorhersagen entwickeln schreiben wir noch einmal am Wochenende einen detaillierten Bericht zum Ablauf des Sturms/Orkans.
Auch am Montag gibt es vermehrt Niederschläge, teils wieder schaueratig und seit langem mal wieder ergiebig. Doch die Kaltfront trifft erst gegen Abend, bzw. in der Nacht zum Dienstag ein. Somit fallen die meisten Niederschläge wahrscheinlich als Regen. Doch auf den Bergen sollte in Verbindung mit dem Sturm die Schneefallgrenze aufgrund der Durchmischung schon im Tagesverlauf hin und wieder etwas absinken. In der Nacht auf Dienstag können dann die letzten Niederschläge auch bis in die höheren Täler als Schnee fallen. Doch da wie gesagt der meiste Niederschlag vor der kalten Luft fallen wird versprechen wir an dieser Stelle noch keine großen Neuschneemengen auf den Bergen. Doch wo die Schneefallgrenze letztendlich am Montag liegt, wird sich im Laufe der kommenden 2 Tage herausstellen, das ist sicherlich noch etwas unsicher.

An Nikolaus selbst ist es dann deutlich kühler als die Tage davor. Vereinzelt gibt es noch Schauer mit Schnee oder Schneeregen bis in die Täler.
Alles in allem fehlt immer noch der große Schnee. Doch die Wetterumstellung ist ein erster wichtiger Schritt und für viele nach dem langen ruhigen Wetter eine willkommene Abwechslung.

// kleines Update:
Ab Nikolaus sieht es nun doch deutlich besser mit Niederschlag aus, so könnte es oberhalb 600 bis 900m teils ergiebig schneien. Vor allem aber auf 1000m kommt demnach endlich mal eine größere Ladung Neuschnee.